Liebe - was sonst?

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Liebe

was sonst?

 

Diotima 2

wem sonst als Dir, Fritz

Oh Susette, wie man dich heut verklärt,
weil du ihm das Liebste warst auf Erden,
weil den meisten trockenen Gelehrten
eine fehlt - wie du - die sie bekehrt.

Hat er nicht dein Leben so beschwert,
dass in dem Versagen, den Beschwerden,
er sich einreiht unter die Versehrten,
wo doch du es bist, die er entehrt!

Doch in aller der Versehrung
und im Ansatz der Entehrung
liegt der Keim, dass wir verehren;

denn so schwer wie die Beschwerung
wiegt unendliche Belehrung
über Liebe, wie wir sie begehren.

 

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(an eine Unbekannte)

rosige Wangen
abendbesonnt
innig bewohnt
Trauben behangen

trauriges Blicken
immer verehrt
aber verwehrt
ruhiges Nicken

möchte so gerne
höher dich ehren
ohne die Ferne

rau uns bescheren
Taumeln der Sterne
- stolzes Abkehren

 

Begierde

Wenn unter deines Bauches hoher Rundung,
dort wo sich Schenkel nur am Schenkel reibt,
dort, wo die Hand voll Wollust ruhen bleibt
bei ihrer wonnevollen Leiberkundung;

wenn dann dein klagend offner Blick sagt: Ja!
doch dann auch bittet, jetzt noch zu verzichten,
denn Geist und Seele müssen sich berichten
- jetzt noch getrennt - was gestern hier geschah.

Da musst in einem Anfall wilder Gier
- ich weiß, du kannst, du wirst es mir verzeihen,
wenn wir gemeinsam Lust ins Leere schreien -

du mir gestatten - niemandem als mir -,
in dieser Nacht mich nur an dich zu binden,
in dieser Nacht mich tief in dir zu finden.

 

Vereinigung

Unter blauem Fliederstrauch -
süß umnebelt mir der Duft den Sinn,
und du sinkst in seinen Blüten hin,
reichst den Mund mir, reichst mir auch

deinen Körper, mir zum Kuss.
Du beschränkst dich nicht, du lässt dich gehn,
lässt das Schönste nur mit uns geschehn,
in unendlichem Genuss.

Und verschlungen sind wir nur ein Körper noch -
wo bist du und wo beginnt mein Leib?
- Taucher in dem Meer der Lust.

Wir versinken in des Strudels dunklem Loch,
und wir schreien in die Wellen: bleib!
atmen keuchend - nur noch Brust.

 

§ 218

bangst
Empfängnis
Verhängnis
Angst

Kot
geboren
verloren
Tot

Schloss
überwintern
kuglig eingeigelt

Schoß
verhindern
alles fest verriegelt

 

Scheidung

Abendstille
Nachtigall
überall
nur Liebeswille

Überfülle
großer Knall
tiefer Fall
ein Fass voll Gülle

Zank und Streit
stets bereit
speien sie sich ins Gesicht

jung gefreit
früh bereut
Alter schützt vor Torheit nicht

 

Verzeih

Bin ich dir zu nah gekommen?
Habe ich mich übernommen,
gar beleidigt dich?
Sag mirs, schimpfe mich!

Möcht gern die Verkrampfung lösen,
von Gedanken - dunklen, bösen -
hilf du mir dabei!
Löse mich: verzeih!

Kann nicht atmen, auf mir lastet
zentnerschwerer Druck, es fastet
meine Seele, sucht Befreiung.

Könntest du mich wirklich kennen,
würdest meinen Namen nennen
mir - und schenken mir Verzeihung.

 

Lustbiografie

rot blüht der Mohn
der Liebe
Triebe
ist Röte zugleich Lust und Hohn

rot grüßt der Mund
dem Leben
Streben
zu geben in des Kusses Rund

Ein Selbst im All
Besessenheit
Vergessenheit

Ein Rausch im Fall
Bereinigung
Vereinigung

 

 

© Dr. Rüdiger Krüger, Rheda-Wiedenbrück 2006
Kontakt: mailto:siegfriedcarl@hotmail.com
letzte Änderung: 16.04.00

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